Ein Sommer voller Magie – Der Zirkus von Plementina

Staub wirbelte unter den Reifen auf, als das kleine Team aus der Schweiz nach zwei Tagen Reise endlich Plementina erreichte. Die letzten Kilometer waren abenteuerlich gewesen – eine verschüttete Strasse hatte sie zu einem Umweg gezwungen. Doch nun standen sie am Rand des Dorfes, wo ein rauchender Kamin den Eingang markierte.

Simon, der die gesamte Strecke mit dem Fahrrad zurückgelegt hatte, erwartete sie bereits. Während sich alle um ihn versammelten, um seine abenteuerliche Reise zu feiern, tauchten nach und nach Kinder aus den umliegenden Häusern auf. Erst schüchtern, dann neugierig. Sie hatten gehört, dass die „Zirkusmenschen“ wieder da waren.

Nach einem kurzen Begrüssungstee bei der Familie Mustafa schlug das Team seine Zelte im Garten der Familie Berisha auf. Die harte Erde machte es schwierig, die Heringe in den Boden zu schlagen, doch mit vereinten Kräften schafften sie es. Bald flatterten bunte Wimpel in der warmen Sommerluft, und der kleine Zirkusplatz war bereit.

Am nächsten Tag begann die Zirkuswoche mit einem traditionellen Umzug durch das Dorf. Die Neuigkeit verbreitete sich rasend schnell. Überall riefen Kinder: „To BSF?“ – sie wollten wissen, ob es losging. Und ja, es ging los!

Jeden Nachmittag strömten mehr Kinder zum Gelände von Balkan Sunflowers Kosovo. Nach einer kurzen Show des Teams durften sie selbst aktiv werden: Diabolo, Slackline, Jonglage, Akrobatik, Clownerie – für jeden gab es etwas. Nebenbei wurde gemalt, gebastelt und geschminkt.

Eine besondere Verbindung entstand zwischen dem Team und der Roma-Community durch die einheimischen Helfer:innen. Jimmy, der Leiter der Musikschule „Music 4 all“, war dabei eine zentrale Figur. Er informierte die Familien über das Projekt, half bei Übersetzungen und begleitete die Shows mit seiner Gitarre.

Der Höhepunkt kam am Sonntag: Die Kindergruppen hatten sich eine Woche lang vorbereitet, und nun durften sie ihr Können präsentieren. Nach einer 25-minütigen Show des Zirkusteams gehörte die Bühne den jungen Künstler:innen. Sechs Gruppen führten ihre Choreografien auf, eine Percussion-Gruppe aus der Musikschule spielte mitreissende Rhythmen, und die Clowns sorgten für Lacher.

Der Applaus war ohrenbetäubend. Die Menschen – Roma, Albaner:innen, Serb:innen, Schweizer:innen – sassen beisammen, lachten, redeten und machten Erinnerungsfotos. In diesen Momenten zählten keine Unterschiede, nur das gemeinsame Erleben.

Am nächsten Tag verabschiedete sich das Team mit einem fröhlichen Spiel- und Spass-Morgen. Dann wurden die Zelte abgebaut, das Material verstaut und das Auto bis zum letzten Millimeter gefüllt. Noch einmal winkten die Kinder, noch einmal erklang die Frage:

„Kommt ihr nächstes Jahr wieder?“

Das Team lächelte. „Wir hoffen es sehr.“

Ein grosser Dank an die Unterstützer:innen

Ohne die Unterstützung vieler grossherziger Menschen wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Unser tiefster Dank gilt Tanja Polli, die mit ihrem Engagement im Fundraising und ihrem Fachwissen das Projekt von Anfang an begleitet hat. Ein besonderer Dank geht an die JUBLA Freiburg, die uns einen Kleinbus kostenlos zur Verfügung stellte, und an den Circolino Pipistrello, der uns grosszügig Zirkusmaterial ausgeliehen hat.

Ebenso danken wir der NGO Balkan Sunflowers Kosovo, die uns ihren Garten als Übungsort zur Verfügung stellte, und der Familie Berisha, die uns in ihrem Garten nicht nur einen Schlafplatz bot, sondern uns auch mit köstlichen Mahlzeiten versorgte.

Und schliesslich geht unser grösster Dank an die Kinder von Plementina, die uns mit ihrer Freude, ihrem Mut und ihrer Begeisterung gezeigt haben, dass der Zirkus nicht nur eine Kunstform ist – sondern ein Ort der Begegnung, des Vertrauens und der grenzenlosen Möglichkeiten.

Bis zum nächsten Jahr! 🎪✨

Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert